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Neue SpaceX-Mission zur ISS: Neue Solarpaneele und Beobachtungstipps

Neue SpaceX-Mission zur ISS: Neue Solarpaneele und Beobachtungstipps

Veröffentlicht am 2026-10-08 · Vom ISS-Tracker-Team

Jedes Mal, wenn ein Frachtraumschiff zur Internationalen Raumstation aufbricht, bietet uns der Nachthimmel ein zusätzliches Spektakel – vorausgesetzt, man weiß genau, wohin man blicken muss. Die NASA und SpaceX haben den Start der 35. kommerziellen Versorgungsmission (CRS-35) angesetzt. Dieser Flug bringt nicht nur lebenswichtigen Nachschub für die Crew an Bord des orbitalen Komplexes, sondern auch ein entscheidendes strukturelles Upgrade für die Energieversorgung der Station. Wenn du den leuchtenden Überflug des Orbitallabors über deiner Stadt regelmäßig verfolgst, eröffnet dieser neue Besucher ein faszinierendes Beobachtungsfenster.

Was passiert ist

Die NASA hat den Zeitplan für die 35. kommerzielle Versorgungsmission durch SpaceX bestätigt. Der Start der Cargo-Dragon-Kapsel ist vom Kennedy Space Center in Florida aus geplant. Sie transportiert mehrere Tonnen wichtiger Vorräte, hochmoderne wissenschaftliche Experimente und technische Ausrüstung, um den Betrieb der Station mit maximaler Leistung aufrechtzuerhalten.

Zu den wichtigsten Frachtstücken dieses Fluges gehört der letzte geplante Satz der neuen ausrollbaren Solarpaneele der Station, die als IROSA (International Space Station Roll-Out Solar Arrays) bezeichnet werden. Diese kompakten, zylindrischen Strukturen werden über den ursprünglichen Solarflügeln entrollt, um das Stromnetz der ISS zu verstärken. Wie die NASA berichtet, wird die offizielle Übertragung sowohl die kritischen Startphasen als auch die präzise Annäherung und das autonome Andocken der Dragon-Kapsel an das Harmony-Modul begleiten.

Der Start erfolgt in einer Phase intensiver weltweiter orbitaler Aktivität. Parallel zu den US-Operationen berichten Branchenquellen wie SpaceNews, dass China kürzlich Doppelstarts seiner Langer-Marsch-Raketen absolviert hat, um Satelliten der Konstellationen Guowang und Yaogan in den Orbit zu befördern. Dies verdeutlicht, dass der Verkehr und die logistischen Manöver im erdnahen Orbit derzeit die geschäftigste Phase der modernen Raumfahrtgeschichte erleben.

Warum das wichtig ist

Um die Bedeutung dieser Mission zu verstehen, reicht es nicht aus, sie nur als simplen Weltraum-Lieferdienst zu betrachten. Erstens markiert die Ankunft der letzten IROSA-Paneele den Höhepunkt eines mehrjährigen Energie-Modernisierungsplans. Die ursprünglichen Solarpaneele der Station waren für eine theoretische Lebensdauer von 15 Jahren ausgelegt; sie funktionieren zwar nach wie vor, doch die ständige Belastung durch Strahlung, Mikrometeoriten und die extremen Temperaturzyklen zwischen orbitalem Tag und Nacht haben ihre Stromerzeugungskapazität allmählich geschmälert. Durch die Installation dieser ausrollbaren Solardecken vor den ursprünglichen Paneelen stellen die Ingenieure die Gesamtleistung wieder auf ein Niveau her, das sogar über dem der Anfangstage der Station liegt. So können Dutzende neuer wissenschaftlicher Experimente und Lebenserhaltungssysteme gleichzeitig mit Energie versorgt werden.

Zweitens macht der menschliche Faktor diese Fracht besonders dringlich. Eine voll besetzte Station zu unterhalten, erfordert eine lückenlose Versorgungskette mit Wasser, Sauerstoff, frischen Lebensmitteln, sauberer Kleidung und Ersatzteilen für die Umwelt- und Lebenserhaltungssysteme. Laut den Echtzeitdaten unserer Plattform beherbergt die ISS derzeit eine vollzählige Besatzung von 11 Astronauten: Jessica Meir, Jessica Watkins, Joshua Kutryk, Anna Kikina, Pyotr Dubrov, Luke Delaney, Jack Hathaway, Anil Menon, Andrei Fedyaev, Sophie Adenot und Sergey Teteryatnikov. Alle Details zu ihren Werdegängen und technischen Aufgaben findest du in unserem Bereich über die Besatzung an Bord der ISS. Wenn 11 Personen im Orbit atmen, forschen und trainieren, steigt der Verbrauch an Vorräten spürbar an.

Darüber hinaus belegt diese Mission die Reife des kommerziellen privaten Frachtmodells. Was vor einem Jahrzehnt noch ein experimenteller Vorstoß von SpaceX war, hat sich als routinemäßige, aber unverzichtbare logistische Brücke etabliert, die der ISS den Betrieb als kontinuierliches Spitzenforschungslabor ohne ungeplante technische Unterbrechungen ermöglicht.

Was am Himmel zu sehen ist

Für Beobachter am Boden sind Frachtmissionen absolute Höhepunkte. Während die Dragon-Kapsel zur Raumstation reist, teilen sich beide Objekte dieselbe Bahnebene, befinden sich jedoch noch nicht an derselben Position. Dies führt zu dem, was Beobachter als „orbitale Jagd“ bezeichnen: In den Stunden vor dem Andocken fliegt Dragon der ISS auf einer niedrigeren Höhe hinterher, um relative Geschwindigkeit aufzubauen und sie einzuholen.

Wenn die Sichtbedingungen und die Überflugzeiten an deinem Standort passen, kannst du ein einzigartiges Phänomen beobachten: zwei helle Lichtpunkte, die im Abstand von wenigen Minuten oder Sekunden auf exakt derselben Bahn über das Firmament ziehen. Der erste und hellere Punkt ist die Station; der zweite, etwas lichtschwächere, aber mit bloßem Auge oder einem kleinen Fernglas sichtbare Punkt ist das Dragon-Raumschiff auf der Verfolgung seines Ziels.

Um zu berechnen, wann du die Chance hast, diese Zwillingsüberflüge zu beobachten, solltest du die aktuellen Flugdaten der Station im Blick behalten. Unser Tracker erfasst, dass die ISS derzeit in einer durchschnittlichen Höhe von 430 km fliegt und sich mit rasanten 27.568 km/h fortbewegt. Bei dieser Geschwindigkeit umrundet die Station unseren Planeten etwa alle 90 Minuten einmal und taucht dabei kontinuierlich in den Erdschatten ein und wieder auf.

Damit du diese Überflüge nicht verpasst, empfehlen wir dir folgende grundlegende Tipps:

  • Prüfe vorab, wann die ISS über deine Stadt fliegt, um Überflüge in der Abend- oder Morgendämmerung zu finden – dann ist der Himmel dunkel, die Station reflektiert aber noch direktes Sonnenlicht.
  • Mache dich mit den Methoden vertraut, um sie von Flugzeugen oder gewöhnlichen Satelliten zu unterscheiden, und nutze dazu unseren Leitfaden zur ISS-Beobachtung von der Erde aus: Die Station bewegt sich gleichmäßig, ohne blinkende rote oder grüne Lichter, und leuchtet oft heller als der Planet Jupiter.
  • Achte auf die Tage direkt nach der Ankunft der Dragon: Sobald die IROSA-Paneele bei künftigen Außenbordeinsätzen installiert sind, verändert sich die reflektierende Silhouette der Station leicht – erfahrene Beobachter mit Teleskopen am Boden können diesen Unterschied sogar fotografisch auflösen.

Denke daran, dass du das finale Annäherungsmanöver und das Andocken auch live über unseren Bereich für Livestreams verfolgen kannst, indem du die Außenaufnahmen der Station mit der Bodenposition auf unserer Karte abgleichst.

Bevor die Dragon andockt, öffne unseren Echtzeit-Tracker, prüfe, ob die Station heute über dein Zuhause fliegt, und geh nach draußen, um die Wissenschaft direkt über deinem Kopf in Bewegung zu erleben.

Quelle: NASA ↗