ISS Tracking

Die ISS heute Nacht sehen

Der komplette Guide zur Beobachtung mit bloßem Auge

Die ISS ist mit bloßem Auge sichtbar (und das ist einfacher, als du denkst)

Die Internationale Raumstation ist nach Sonne und Mond das dritthellste Objekt am Himmel. Bei ihren besten Überflügen überstrahlt sie sogar die Venus und jeden Stern. Du brauchst weder Teleskop noch Fernglas und musst nicht einmal raus aus der Stadt: Die ISS ist selbst mitten in einer lichtverschmutzten Großstadt problemlos mit bloßem Auge zu sehen. Entscheidend ist nur, wann und wohin du schauen musst — und genau dafür gibt es diese Website.

Du willst wissen, wann die ISS heute Nacht über deine Stadt fliegt?

Meine nächsten sichtbaren Überflüge berechnen

Warum sieht man die ISS, obwohl sie keine Lichter hat?

Die Station leuchtet nicht selbst: Was du siehst, ist Sonnenlicht, das von ihren riesigen Sonnensegeln reflektiert wird – zusammen bedecken sie etwa die Fläche eines Fußballfelds. Deshalb ist sie nur in einem ganz bestimmten Zeitfenster sichtbar: wenn es bei dir schon dunkel ist, die Station in 400 km Höhe aber noch direktes Sonnenlicht abbekommt. Diese Kombination gibt es nur in der ersten bis anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang.

Das erklärt auch eines der verblüffendsten Phänomene beim Beobachten: Manchmal zieht die ISS über den Himmel und verblasst plötzlich innerhalb von Sekunden. Sie ist nicht verschwunden – sie ist lediglich in den Erdschatten eingetreten und reflektiert kein Sonnenlicht mehr.

Wann fliegt die ISS über deine Stadt?

Die ISS umrundet die Erde alle 90-93 Minuten einmal komplett, rund 16 Umläufe pro Tag, mit 27.600 km/h. Ihre Bahn ist jedoch um 51,6 Grad gegen den Äquator geneigt, und die Erde dreht sich unter ihr weiter, sodass jeder Überflug über einen anderen Streifen des Planeten führt. Das Ergebnis: Es gibt keinen festen Fahrplan — die von deiner Stadt aus sichtbaren Überflüge ändern sich täglich, und auf Phasen von mehreren Wochen ganz ohne Überflug folgen Phasen mit hellen Überflügen jede Nacht.

Zuverlässig erfährst du es nur, wenn du es mit echten Bahndaten berechnest. In unserem Sichtbarkeits-Rechner tippst du auf „Position synchronisieren“ und erhältst für deinen genauen Standort: die Startzeit des Überflugs, seine Dauer, die maximale Höhe über dem Horizont und die Himmelsrichtung, in die du schauen musst.

Tipp: Achte auf die maximale Höhe des Überflugs. Ein Überflug mit 10° kommt kaum über den Horizont und wird wahrscheinlich von Gebäuden verdeckt; ab 40° zieht die Station hoch über den Himmel und das Schauspiel ist garantiert. Überflüge durch den Zenit (80-90°) sind die besten: Die ISS fliegt dann buchstäblich direkt über deinen Kopf hinweg.

So unterscheidest du die ISS von einem Flugzeug, einem Satelliten oder einem Stern

Kurzanleitung: deine erste Beobachtung in 5 Schritten

  1. Berechne den nächsten sichtbaren Überflug für deinen Standort mit dem Rechner. Notiere dir Uhrzeit, Richtung, in der sie auftaucht, und maximale Höhe.
  2. Geh 5 Minuten vorher raus. Die Pünktlichkeit im Orbit ist absolut: Die ISS kommt weder zu spät noch zu früh. Gib deinen Augen Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
  3. Schau in die angegebene Himmelsrichtung (Überflüge beginnen meist im Westen, Südwesten oder Nordwesten). Die Station taucht als heller Punkt auf, der immer höher steigt.
  4. Folge ihr mit den Augen, während sie über den Himmel zieht. Bei einem guten Überflug wird sie bis zu ihrem höchsten Punkt immer heller und sinkt dann zum gegenüberliegenden Horizont ab – oder sie verblasst, sobald sie in den Erdschatten eintritt.
  5. Wink ihr zu. Dort oben lebt und arbeitet eine Besatzung aus Astronauten. Du kannst nachsehen, wer gerade an Bord ist.

So fotografierst du die ISS mit Handy oder Kamera

Mit einem modernen Smartphone: Nutze den Nachtmodus oder den Pro-Modus, leg das Handy auf etwas Stabiles (oder nimm ein Stativ), stell den Fokus auf unendlich und probiere Belichtungszeiten von 2 bis 10 Sekunden. Die ISS erscheint dann als Lichtspur quer durchs Bild.

Mit einer Spiegelreflex- oder spiegellosen Systemkamera: Stativ, Weitwinkelobjektiv, ISO 400-800, Blende so weit offen wie möglich (f/2,8-f/4) und Belichtungszeiten von 10-30 Sekunden. Je länger die Belichtung, desto länger die Spur. Die besten Fotos kombinieren die Spur der ISS mit einem interessanten Vordergrund: einem Gebäude, einem Baum, einem Berg.

Kurz beantwortet

Wie oft kann man die ISS sehen?

Das hängt von deinem Breitengrad und der Jahreszeit ab: Es gibt Phasen mit sichtbaren Überflügen fast jede Nacht und andere, in denen wochenlang keiner kommt. Schau regelmäßig in den Rechner oder prüfe die kommenden Überflüge der Woche.

Kann man sie tagsüber sehen?

Mit bloßem Auge nicht: Der Taghimmel ist zu hell. Beobachten lässt sie sich nur in diesem Dämmerungsfenster, in dem es bei dir schon dunkel ist, sie aber noch von der Sonne angestrahlt wird.

Wie sieht sie im Fernglas oder Teleskop aus?

Schon mit einem guten Fernglas erkennt man, dass sie kein Punkt ist: Eine längliche Form wird sichtbar. Mit Teleskop und viel Übung (sie bewegt sich rasend schnell) lassen sich sogar die Sonnensegel und die „H“-förmige Struktur ausmachen. Aber noch einmal: Um sie zu genießen, brauchst du nichts außer deinen Augen.

Wo ist die ISS gerade?

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