ISS Tracking

Die Module der ISS einzeln vorgestellt

Was jedes Teil der Station ist, wann es ankam und wozu es dient

Eine Station aus Einzelteilen

Die ISS wurde nicht in einem Stück gestartet. Über mehr als zwanzig Jahre hinweg setzte man sie im Orbit Teil für Teil zusammen, wie mit einem riesigen Metallbaukasten. Das erste Modul flog im November 1998 ins All, die letzten 2021. Heute besteht die Station aus 16 druckbeaufschlagten Hauptmodulen, dazu kommen ein aufblasbares Modul und eine kommerzielle Schleuse. Alles hängt an einem 109 Meter langen Gitterträger, der die Solarflügel und die Radiatoren trägt.

Innen ist sie in zwei Hälften geteilt, die fast unabhängig voneinander betrieben werden: das russische Segment, gesteuert aus Moskau, und das US-Segment, gesteuert aus Houston, zu dem auch die Labore Europas und Japans gehören. Verbunden sind die beiden Hälften an einer einzigen Stelle, dem Übergang zwischen Sarja und Unity.

Willst du sie von innen erkunden? In unserem 3D-Modell bewegst du dich aus der Ich-Perspektive durch die Module und öffnest ihre Luken.

Die ISS in 3D öffnen

Das russische Segment

Es ist der älteste Teil der Station und trägt die Haupttriebwerke. Seine Module gehen auf die der sowjetischen Raumstationen Saljut und Mir zurück.

Das US-Segment und seine Partner

Hier liegen die meisten Labore. Mehrere „amerikanische“ Module stammen eigentlich aus Italien: Harmony, Tranquility, die Cupola und Leonardo wurden in denselben Turiner Werken gebaut wie das europäische Labor Columbus.

Wann welches Teil ankam

JahrModulHerkunftHauptaufgabe
1998Sarja, UnityRussland (von der NASA finanziert), USAErste Strom- und Antriebsversorgung; Verbindungsknoten
2000SwesdaRusslandWohnbereich, Lebenserhaltung, Triebwerke
2001Destiny, QuestUSALabor; Schleuse
2007HarmonyUSA (in Italien gebaut)Knoten für die Labore und die Dragon-Raumschiffe
2008Columbus, Kibo (Teil 1 und 2)Europa, JapanLabore
2009Kibo (Außenplattform), PoiskJapan, RusslandExperimente im Vakuum; Schleuse und Andockstelle
2010Tranquility, Cupola, RasswetUSA und Europa, RusslandLebenserhaltung; Aussichtskuppel; Andockstelle
2011LeonardoUSA (in Italien gebaut)Lager
2016BEAMUSA (Privatunternehmen)Aufblasbares Testmodul
2020BishopUSA (Privatunternehmen)Kommerzielle Schleuse
2021Nauka, PritschalRusslandLabor; Andockknoten

Was kein Modul ist: Gitterträger, Solarflügel und Roboterarme

Neben den Modulen, in denen die Besatzung lebt, hat die ISS ein großes Außengerüst: den integrierten Gitterträger, 109 Meter von einem Ende zum anderen und damit fast so lang wie ein Fußballfeld. Daran sitzen die acht großen US-Solarflügel, die seit 2021 durch modernere ausrollbare Paneele verstärkt werden, außerdem die Radiatoren, die überschüssige Wärme abgeben, und die Plattformen, auf denen Ersatzteile lagern.

Ebenfalls außen unterwegs ist der Canadarm2, der 17 Meter lange kanadische Roboterarm. Er fängt Frachtschiffe ein und versetzt Geräte, unterstützt von seiner präzisen „Hand“ Dextre. Das russische Segment nutzt den europäischen Arm ERA, der an Nauka montiert ist.

Wie das alles am Laufen bleibt, also Strom, Luft und Wasser, erklären wir in So funktioniert die ISS.

Häufige Fragen

Wie viele Module hat die ISS?

Sechzehn druckbeaufschlagte Hauptmodule: sechs im russischen und zehn im US-Segment, wenn man die beiden Druckmodule von Kibo mitzählt. Hinzu kommen das aufblasbare Modul BEAM und die kommerzielle Schleuse Bishop.

Welches war das erste Modul der ISS?

Sarja, gestartet am 20. November 1998 in Baikonur. Zwei Wochen später brachte die Raumfähre Endeavour Unity nach oben und koppelte es an Sarja an. Das war die Geburtsstunde der Station.

Welches Modul ist das größte?

Das druckbeaufschlagte Hauptmodul des japanischen Labors Kibo. Es ist rund 11 Meter lang und hat einen Durchmesser von gut 4 Metern.

Wurde schon einmal ein Modul entfernt?

Ja. Pirs, das russische Andockmodul mit Schleuse aus dem Jahr 2001, wurde im Juli 2021 abgekoppelt und verglühte beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. So wurde sein Platz frei für das Labor Nauka.

Wo kann ich sehen, wie die Module innen aussehen?

Auf unserer ISS-Seite. Dort gibt es ein 3D-Modell auf Basis des NASA-Modells und einen Rundgang aus der Ich-Perspektive durch das Innere der Module.

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