ISS Tracking

Weltraumrekorde der ISS

Die längsten Missionen und andere historische Meilensteine

Die längste Einzelmission auf der ISS

In ihrer mehr als zwei Jahrzehnte langen bewohnten Geschichte war die ISS Schauplatz mehrerer außergewöhnlich langer Einzelmissionen. Zu den meistzitierten Rekorden für den ununterbrochenen Aufenthalt eines Astronauten an Bord der Station gehören Werte im Bereich von rund 370 Tagen, aufgestellt von US-Astronauten und russischen Kosmonauten in verschiedenen Phasen der jüngeren Programmgeschichte. Diese Zahl versteht man am besten als ungefähren Richtwert: Jede neue Langzeitmission kann die Rangliste neu ordnen, und die genauen Angaben variieren je nach Quelle und Zeitpunkt der Abfrage.

Solche verlängerten Missionen werden meist nicht von Anfang an als Rekorde geplant. Oft verlängert sich die Dauer durch betriebliche Entscheidungen, etwa Anpassungen im Zeitplan der Ablöseraumschiffe, oder gerade weil es wissenschaftlich interessant ist, die Auswirkungen der Mikrogravitation auf den menschlichen Körper über längere Zeiträume als üblich zu beobachten.

Du willst wissen, wer gerade Aufenthaltsrekorde aufstellt?

Aktuelle ISS-Besatzung ansehen

Der absolute historische Rekord: Valeri Poliakov und die Mir

Auch wenn sich dieser Artikel auf die ISS konzentriert, kann man nicht über Langzeitrekorde in der Raumfahrt sprechen, ohne einen Meilenstein zu erwähnen, der nicht auf der heutigen Station, sondern auf ihrer russischen Vorgängerin erreicht wurde. Der Kosmonaut Valeri Poliakov verbrachte zwischen 1994 und 1995 437 Tage am Stück im All, an Bord der Station Mir. Diese historische Angabe ist gut dokumentiert und steht fest, und sie ist auch Jahrzehnte später noch der Rekord für den längsten ununterbrochenen Aufenthalt eines Menschen im All während einer einzigen Mission.

Dieser Meilenstein ist bis heute ein fester Bezugspunkt der Raumfahrtmedizin: Mehr als ein Jahr ununterbrochen in Mikrogravitation lieferte eine Fülle medizinischer Daten, die noch heute in Studien zu Langzeitmissionen zitiert werden.

Die gesammelte Zeit über eine ganze Karriere

Neben dem Rekord für eine einzelne Mission gibt es eine eigene Kategorie: die insgesamt im All verbrachte Zeit über eine ganze Karriere, also die Summe mehrerer Missionen desselben Astronauten oder Kosmonauten im Lauf der Jahre. Dieser Rekord hat nach und nach den Besitzer gewechselt: Verschiedene Astronauten und Kosmonauten überschritten nacheinander die Marke von einem vollen Jahr kumulierter Zeit im Orbit – dank wiederholter Einsätze auf der Mir, mit dem Space Shuttle und auf der ISS selbst.

Wusstest du? Zählt man verschiedene Missionen über die Jahre zusammen, haben manche Astronauten und Kosmonauten insgesamt mehr als zwei volle Jahre ihres Lebens im All verbracht – verteilt auf mehrere Reisen.

Der erste Außeneinsatz nur mit Frauen

Die ISS war auch Schauplatz eines Meilensteins, der zugleich gesellschaftlich und technisch war: Im Oktober 2019 absolvierten zwei NASA-Astronautinnen den ersten Außeneinsatz (Weltraumausstieg) nur mit Frauen in der Geschichte. Bis dahin war bei allen Außeneinsätzen mindestens ein Mann im Team gewesen, zum Teil aus logistischen Gründen, die mit der Verfügbarkeit von Raumanzügen in verschiedenen Größen an Bord zusammenhingen. Diese Hürde zu überwinden und den Einsatz erfolgreich abzuschließen, war ein symbolischer Wendepunkt für die Beteiligung von Frauen an Weltraummissionen.

Warum diese Rekorde für die Wissenschaft wichtig sind

Jenseits von Anekdoten und Schlagzeilen haben diese Rekorde einen echten wissenschaftlichen Wert. Jede Langzeitmission – ob 200, 300 oder mehr als 400 Tage – liefert einzigartige medizinische Daten darüber, wie der menschliche Körper auf lange Phasen der Mikrogravitation reagiert: Verlust von Knochendichte, Muskelschwund, Sehveränderungen durch die Umverteilung von Körperflüssigkeiten und Veränderungen im Herz-Kreislauf-System.

Diese Informationen sind nicht nur für das Leben an Bord der ISS relevant: Genau solche Daten brauchen die Agenturen, um künftige Langzeitmissionen zum Mond und später zum Mars sicher vorzubereiten. Dort werden Hin- und Rückreise deutlich längere Phasen in Mikrogravitation und verringerter Schwerkraft mit sich bringen als jede heutige ISS-Mission.

Häufige Fragen

Was ist die längste Mission auf der ISS?

Zu den meistzitierten Rekorden für die längste Einzelmission an Bord der ISS gehören Aufenthalte von rund 370 Tagen, aufgestellt von US-amerikanischen und russischen Raumfahrern in verschiedenen Phasen. Die genaue Zahl kann sich mit neuen Missionen ändern, daher versteht man sie am besten als ungefähren Richtwert.

Wer hält den Rekord für die meiste Zeit im All?

Den feststehenden historischen Rekord für den längsten ununterbrochenen Aufenthalt im All hält der Kosmonaut Valeri Poliakov mit 437 Tagen am Stück an Bord der russischen Station Mir zwischen 1994 und 1995. Der Rekord für die insgesamt über eine ganze Karriere angesammelte Zeit, also die Summe mehrerer Missionen, hat im Lauf der Jahre mehrfach den Besitzer gewechselt.

Warum sind diese Rekorde für die Wissenschaft wichtig?

Jede Langzeitmission liefert medizinische Daten darüber, wie sich die Mikrogravitation auf Knochen, Muskeln, Sehvermögen und Herz-Kreislauf-System auswirkt – Informationen, die für die Vorbereitung künftiger Langzeitmissionen zu Mond und Mars unverzichtbar sind.

Gab es schon Außeneinsätze nur mit Frauen?

Ja, im Oktober 2019 absolvierten zwei NASA-Astronautinnen den ersten reinen Frauen-Außeneinsatz der Geschichte – ein Meilenstein, der einen Wendepunkt für die Beteiligung von Frauen an Außenbordeinsätzen markierte.

Verfolge live die Besatzung, die heute an Bord der ISS neue Geschichte schreibt.

ISS live ansehen